Happy Buk’sday

Due to technical problems, we were unable to upload this post the very day – the 16th of August (last Wednesday) which would have been Buk’s Birthday. Charles Bukowski was born 97 years ago not far from here in Andernach / Germany. And yet it seems to be convenient – as we didn’t want to upstage Elvis Presley, who died exactly 40 years ago on the same day.

Buk’s Fridge

Blogparade

In the meantime some friends from both sides of the Atlantic have dropped by and left their scent marks to honor Buk and his works. Here are two of them for a start: Ted Giffin from Indiana / USA (who recently took to portraying young ladies – a great site anyway, mousey over there !) picked up his guitar and kindly provided the birthday–song:

More music by Ted is to be found on Soundcloud.


Followed by a piece of prose (translation might follow) for the german speaking / reading audience sent in by Stephan Rossmann – also known as Terence Horn: An old friend of Hanks who ever so often puts on his admiration in public. Here is his contributing piece («Bukowski, Homer Simpson and I») unstrained:

«Bukowski, Homer Simpson und ich»

Zwischen all dem Alkohol, schmutzigen Frauengeschichten und der Gosse war mitunter banales, gespieltes, verlogenes, verleumderisches und überzogenes Geschwätz, weshalb ich hier und da versucht war, die eine oder andere Seite zu überspringen. Mitunter konnte ich den Drecksack nicht leiden, diesen versoffenen Penner, der unverschämt geniale Zeilen zu Papier brachte, die mich dann doch bei der Stange hielten, die mich mitrissen, in meine eigene Vergangenheit.

«Bukowski heulte, als Shirley Temple ‹I got Animal Crackers in my Soup› sang. Bukowski heulte in billigen Kneipen. Bukowski läuft in schrecklichen Klamotten rum. Bukowski kann sich nicht unterhalten. Bukowski hat Schiss vor den Weibern. Bukowski hat einen schwachen Magen. Bukowski ist voller Ängste und schiebt einen Hass auf Wörterbücher, Nonnen, Penisse, Busse, Kirchen, Parkbänke, Spinnen, Fliegen, Flöhe und Freaks. Bukowski war nicht im Krieg. Bukowski ist alt. Bukowski kriegt seit 45 Jahren keinen mehr hoch. Wäre Bukowski ein Affe, würde ihn seine Affenhorde davonjagen …»

Mein erster Bukowski ‹Kaputt in Hollywood›. Keine Ahnung, wie ich zu dem Buch kam. Zuvor hatte ich 15 Jahre nichts gelesen und die 15 Jahre davor das falsche. Es gab einfach keine Bücher. Egal, wo ich hinkam, es gab Drogen, Exzess, Gedächtnisverlust, Scham, Langweile, Kleinkriminalität, Hass, Verrat, Liebe, Gewalt und Tod. Nicht ein einziges Buch. Es gab einfach keine Bücher, bis zu diesem Versehen, Unfall, meinetwegen Schicksal. Wie auch immer, dieses Buch kam zur richtigen Zeit, lag da rum und ich habe es gelesen, kaum was verstanden, aber was ich nicht verstand, hörte sich gut an, verdammt gut. Also las ich dieses Buch nochmal, ein drittes Mal und so weiter. Ich konnte schwer glauben, was da stand. Der Typ stand tatsächlich noch tiefer in der Scheiße als ich. Oder übertrieb er einfach nur, reimte sich was zusammen, guckte bei den anderen ab? Nein, das Zeug kam mir echt vor. Bukowski war vor meinen Augen auferstanden, der Übergang, vom alten zum neuen Testament. Der Anfang von allem. Vor Bukowski herrschte Dunkelheit und danach kam nichts. Wochen, monatelang konnte ich nach einem Bukowski nichts anderes lesen. Bukowski war zu mächtig, er entsprach meiner Art zu leben, meinem Humor, meiner Klasse. Fortan interessierte ich mich für Literatur, Poesie, begeisterte mich für Sprache und lernte auf meine alten Tage zu schreiben. Ich war nun in der Lage meine Erinnerungen zu Papier zu bringen. Las auch die anderen: Hesse, Djian, Hemingway, Celine, ausschließlich Klassiker. Bukowski aber blieb die Wahrheit.

Bukowski? Wer war dieser Mann aus LA, der wie so viele berühmte Amerikaner deutsche Wurzeln hatte? Aber was heißt das schon, gerade in Hollywood, wo kaum ein Schauspieler ohne deutsche Verwandtschaft über die Leinwand wackelt. Scheiße Mann, sogar Bruce Lee hatte einen deutschen Großvater. Bukowski kümmerte sich nicht darum. Bukowski war das Ideal eines verlorenen Träumers, der letzte Outlaw, Alkoholiker, Arschloch, Familienvater und Schriftsteller. Bukowski versteckte seine Fehler nicht, ganz im Gegenteil, er gab damit an. Beschissene Jobs, Magendurchbruch, schlechte Nerven, der ewige Kampf ums Überleben unter der Sonne Kaliforniens. An diesem schönsten, reichsten und fortschrittlichsten Flecken der Erde lebte er ein unerträglich hartes Leben, getränkt in billigen Alkohol, in der Gewissheit, der größte lebende Dichter zu sein. Wer Bukowski verstehen will, muss den Alkohol verstehen, muss lernen ihn zu lieben und zu hassen, und er muss süchtig sein. Er muss die Veränderung spüren, den Hass, die Hoffnung und den Schmerz. Bukowski ist dran zerbrochen, viele tausendmal, ist er eben nicht liegen geblieben, sondern auferstanden und weitergelaufen, bis zu seinem Tod. Ja, er ist tatsächlich gestorben. Bukowski war ein Mensch und vielleicht ist Homer Simpson auch ein Mensch und vielleicht kommen wir irgendwann, irgendwo zusammen und quatschen ein wenig, über das Leben und den Tod und vielleicht wird es ein guter Abend. Prost!

«Auf den Alkohol! Ursprung und Lösung all unserer Probleme.»

— Homer Simpson

«Es gibt nichts Verlockenderes als eine Frau, ein Auto, Alkohol und die Nacht.»

— Terence Horn

«Das Leben ist eine Illusion, hervorgerufen durch Alkoholmangel.»

— Charles Bukowski

(To be continued.)
3 comments on “Happy Buk’sday

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